Aktivitäten des Förderkreises Hans Staden

Der Förderkreis Hans Staden e. V. wurde 1966 gegründet und nach dem um 1525 in Homberg geborenen Brasilien-Forscher benannt.

Sitz des Förderkreises ist Homberg (Efze) und neben der Förderung von Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Hans Staden zu sehen sind, fördert der Verein gemeinnützige Projekte und Einrichtungen in Brasilien und Homberg, die sozial, kulturell und kulturgeschichtlich ausgerichtet sind.

 

So hat der Förderkreis Hans Staden in den letzten Jahren über 70 000 Euro aus Spendengeldern für die Sanierung des Pulverturms und des Tiefen Turms investiert. Der Pulverturm an der Wallstraße und ein Teil der Stadtmauer wurden grundlegend saniert und der Tiefe Turm - als Teil der historischen Befestigungsanlage im Westen der Altstadt - erhielt einen neuen Außenputz und ein Dach.
Außerdem bekamen soziale Projekte und Einrichtungen in Homberg - wie z. B. das Frauenhaus, die Tafel und die Elsa-Brandström-Schule - Geldspenden des Förderkreises.
 
In Brasilien werden seit mehr als 10 Jahren humanitäre und soziale Aufgaben in Zusammenarbeit mit dem Lateinamerika-Zentrum in Bonn finanziell unterstützt, so z. B. der Kauf eines Kleinbusses zum Transport kranker Kinder.
 
Weitere Förderschwerpunkte waren Ausbildungsprojekte von Kindern in Armenvierteln im brasilianischen Curtiba, der Bau eines Kinderhauses in Sao Pauli, der Kauf eines Schulbusses usw.

 

Alljährlicher Preisverleihung

Die beste Deutscharbeit der Theodor-Heuss-Schule wird prämiert, bei der Zeugnisübergabe in der Stadthalle Homberg (Efze).

 

Wir fördern den Erhalt historischer Bauwerke

 

2001 Sanierung des Pulverturms

2006 erhielt der Tiefe Turm durch die Spenden des Förderkreises ein neues Dach

 

Wir sind Ausrichter und Veranstalter von Fachtagungen

 

8. und 9.11. 2017 Öffentliche Fachtagung "Hans Staden - Sein Werk, sein Zeit und seine Wirkung"

 

 

Als Hans Staden zwischen 1520 und 1525 in Homberg (Efze) das Licht der Welt erblickt, befindet sich diese in einem so gründlichen Wandlungsprozess, dass später Historiker von dem Beginn der Neuzeit sprechen werden. Buchstäblich mit Händen zu greifen ist dieser Epochenwandel gerade auch in der Geburtsstadt Hans Stadens: Homberg.

 

Hier findet 1526 auf Einladung Philipps des Großmütigen, dem Staden 30 Jahre später seine ‚Wahrhaftige Historia‘ (Marburg 1557) – das erste deutschsprachige Brasilienbuch – widmet, eine Versammlung statt, die als ‚Homberger Synode‘ in die Geschichtsbücher eingeht.

Hans Staden selber reiste per Schiff zweimal nach Brasilien. Hans Staden – ein mittelalterlicher Migrant, der noch nie vorher gekannte, kulturelle Informationen nach Europa brachte.

 

„Als Metapher kultureller Emigration steht sein Schiff „Hans Staden“ vor dem Rathaus, die auch hochaktuell ist in der Neuzeit“, sagte der Schulleiter der Theodor Heuss-Schule, Dr. Ralf Weskamp.

 

Das Schiff wurde eigens für die Fachtagung vor das Homberger Rathaus gestellt.

Es wurde 2012 in der THS gebaut und danach nach Brasilien verschifft und vor der deutschen Schule in Rio de Janiero aufgebaut. Das Projekt leitete damals die Studiendirektorin der THS, Katrin Czajkowski. Nun soll das Schiff für das Thema Hans Staden werben. „Wir freuen uns, dass wir als Sparkassen Kulturstiftung Hessen –Thüringen die wertvolle Arbeit des Fördervereins Haus der Reformation mit 750 € finanziell unterstützen konnten.“ , sagte der Direktionsleiter der Kreissparkasse, Michael Sack. Michael Spork, der Vorsitzende des Förderkreises Hans Staden, betonte, dass sein Verein sich mit einer Spende von 2.000 € an der Fachtagung beteiligt.

 

Prof. Dr. Jürgen Schulz-Grobert, der die Fachtagung organisierte, bedankte sich besonders bei Bürgermeister Dr. Nico Ritz, dass er das Schiff wieder ans Licht gebracht hatte. „Wir freuen uns über jeden, der durch das Schiff den Weg ins Rathaus findet.“, sagte der Bürgermeister.

 

Neben den biografischen (z.B. Hans Stadens religiöse Bildung) und regionalgeschichtlich ausgerichteten Themen wird die Tagung den Bogen aber auch weiter spannen in Richtung deutsche und europäische Tradition der frühneuzeitlichen Berichte aus der neuen Welt. Für das aktuelle Staden-Bild, das in der internationalen Forschung in seiner Bedeutung immer deutlicher Konturen bekommt, dürften die geplanten Beiträge größtenteils junger Forscherinnen und Forscher weitere wichtige Mosaiksteine liefern. (di)

 

Förderkreis Hans Staden

Die „Hans Staden“ geht vor Anker

Fachtagung beschäftigt sich mit Hombergs berühmten Sohn

 

Homberg. Vor etwa 500 Jahren erblickte Hans Staden in Homberg das Licht der Welt, die sich unter anderem durch die Reformation gerade im Auf- und Umbruch befand. In jungen Jahren bereiste er als Söldner in portugiesischen Diensten die Neue Welt und lernte dabei auf abenteuerliche Weise Land und Leute kennen.

 

Seine Erfahrungen fasste er in dem Buch „Wahrhaftige Historia“ zusammen, das bis heute als außerordentlich wichtiges Werk für die Brasilien-Forschung gilt. Unter anderem beschreibt Staden 17 Tier- und fünf Pflanzenarten von Brasilien, die eindeutig zu identifizieren sind. Er stand in engem Kontakt zu Landesfürst Philipp dem Grossmütigen, der mit der Homberger Synode die Reformation für ganz

Hessen auf den Weg brachte - ihm widmete er das erste deutschsprachige Brasilien-Buch.

 

Sein Leben, seine Zeit und seine Wirkung sind Thema einer öffentlichen Fachtagung, die am kommenden Wochenende im Homberger

Rathaussaal stattfindet. Der Förderverein -Haus der Reformation-, der Förderkreis -Hans Staden- und die Stadt Homberg laden zu diesem zweitägigen Symposium ein, bei dem etwa ein Dutzend Fachvorträge rund um Hombergs berühmten Sohn zu hören sein werden.

 

Als sichtbares Zeichen ging am Montag direkt vor dem Rathaus die „Hans Staden“ vor Anker, das Schiffsmodell entstand vor fünf Jahren bei einem Schulprojekt der THS. Wie ihr Namensgeber hat auch sie eine lange Reise hinter sich, denn das kleine Segelschiff und alle anderen Schülerarbeiten des Projekts waren Teil einer Ausstellung an der Deutschen Schule in Rio de Janeiro. „Ich freue mich riesig, dass das bunte Segel der -Hans Staden- nun vor dem Rathaus im Wind flattert“, schwärmte Prof. Dr. Jürgen Schulz-Grobert bei der Vorstellung des Programms. „Nach drei Veranstaltungen in Wolfhagen, sind wir froh, dass nun auch in Homberg eine solche Fachtagung

stattfindet“, sagte Michael Spork vom Förderkreis. Bürgermeister Dr. Nico Ritz dankte den Organisatoren der Zusammenkunft sowie dem Förderkreis und der Kreissparkasse für die finanzielle Unterstützung des Vorhabens.

 

 

Das Programm:

Freitag, 8. September 2019 2017

15.00 Uhr   Begrüßung: Bürgermeister Dr. Nico Ritz, EKB Jürgen Kaufmann und Michael Spork,

Vorsitzender Förderkreis Hans Staden e.V.

 

15.30 Uhr   Wolfgang Schiffner (Wolfhagen), die Rezeption der ‚Wahrhaftige Historia‘ in populären Bearbeitungen

vom 19. Jahrhundert bis heute

 

16.15 Uhr   Kevin Schröder (Hameln) ‚Der Kolumbus-Brief‘ als Quelle

 

16.45 Uhr   Lisa Marie Meckbach (Marburg), Indiam zu besehen. Deutscher Söldner im portugiesischen Weltreich

 

18.00 Uhr   Dr. Hans-Joachim Bauer (Homberg), Hans Staden und die documenta

 

18.15 Uhr   Pause

 

19.00 Uhr   Grußwort: Michael Sack, Direktor Sparkasse Schwalm-Eder

 

Im Anschluss Festvortrag:

Prof. Dr. Christianen Fäcke (Augsburg), André Thevet und Jean de Léry. Französische Reiseberichte aus der ‚Neuen Welt‘ zwischen Katholizismus und Calvinismus

 

20.00 Uhr   Gemeinsames Abendessen

 

 

Samstag, 9. September 2017

9.00 Uhr     Dr. Uwe Schäfer (Willingshausen) , Hans Staden kirchliche Prägung.

Vorläufige Überlegungen zur Vermittlung religiösen Wissen in der Reformationszeit

 

9.45 Uhr     Priv.-Doz.- Dr Ralf G. Päsler (Marburg), Von der Navigation zur Nautik.

Zur Praxis der Seefahrt im Jahrhundert Stadens.

 

10.30 Uhr    Pause

 

10.45 Uhr    Leandra Pohlai (Marburg), Naturkunde bei Hans Staden.

Exemplarische Beobachtungen zu Fragen frühzeitlicher Tropenbiologie

 

11.30 Uhr    Antonia Kriehl M. A. (Siegen), Reiseberichte im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit.

Ein Forschungsüberblick mit neuen Impulsen

 

12.15 Uhr    Johanna Jung (Marburg), Der inszenierte Stifter Philipp.

Inschriften und Vorworte im Kontext fürstlicher (Selbst-) Darstellung

 

Abschlussdiskussion

13.00 Uhr    Gemeinsames Mittagessen

14.30 Uhr    Stadtführung (mit Engelapotheke und Heimatmuseum)

 

 

 

Das Staden Schiff

 

Der Nachbau des Hans Staden Schiffes war ein Werk der Schüler der

Theodor Heuss Schule Homberg

Spende der Sparkassenstiftung im Juni 2018

 

Die Kreissparkasse Schwalm-Eder unterstützt uns damit bei der Drucklegung der Vorträge

des Symposiums 2017.

 

Wir danken der Sparkasse für Ihre freundliche Spende.

 

In der Mitte :

Bodo Fäcke und Prof. Dr. Jürgen Schulz-Grobert

 

Spende an den NABU

 

Der Förderkreis Hans Staden e.V. wurde in diesem Jahr 50 Jahre alt.

Das Hauptanliegen des Vereins ist es Hans Staden, einen der bekanntesten Bürger Hombergs, in Erinnerung zu halten. Neben dieser geschichtlichen Aufgabe hat sich der Förderkreis auch der Unterstützung Homberger Institutionen sowie auch der Sanierung von Bauwerken in der Kreisstadt gewidmet. Mehr als 70.000,00 EUR wurden in den vergangenen Jahren an Spendengeldern weitergeleitet. So wurde die Restaurierung des Pulverturms und die des Tiefen Turms mit erheblichen Beträgen unterstützt. Aber auch die finanzielle Unterstützung von Kindern in Brasilien hat der Verein über Jahre wahrgenommen.

 

Derzeit steht der Förderkreis in Verhandlungen um ein Staden-Kabinett einzurichten. 

Für die diesjährige Spende hat der Verein den Naturschutz ausgesucht.

In seiner „Wahrhaftigen Historia“ beschreibt Hans Staden im Jahre 1557 auch die Flora und Fauna Brasiliens. So auch seine Erlebnisse mit Fledermäusen. Dem Vorsitzenden des NABU, Herrn Rainer Hartmann, wurde für die Arbeit zum Schutz der bedrohten Tiere ein Spendenbetrag durch den Förderkreisvorsitzenden Michael Spork überreicht.

 

Herr Hartmann nahm die Gelegenheit wahr, um über das Fledermaus- vorkommen in unseren Breiten zu berichten Insgesamt sind in Deutschland 25 Fledermausarten heimisch. Die heimischen Säugetiere sind alle Insektenfresser. Unheimliche Blutsauger sind in unseren Breiten ein Mythos. Alle heimischen Fledermäuse sind bedroht und deshalb gesetzlich geschützt. Nahrungsmangel durch Lebens- und Jagdraumverlust, Vergiftungen durch Schädlingsbekämpfungsmittel und Quartierverluste im Zuge von Renovierungsarbeiten oder die Versiegelung von Höhlen und Stollen sind lebensbedrohliche Folgen für die faszinierenden Flugkünstler.

 

Zur Spendenübergabe hatte Herr Direktor Michael Sack in die Marktdirektion Homberg der Kreissparkasse Schwalm-Eder eingeladen. Er erläuterte zu Beginn der Veranstaltung die gesamtwirtschaftliche Situation in Zeiten der Niedrigzinsphase und die sich daraus ergebenden Probleme.

Im Hinblick auf den 50. Geburtstag des Förderkreises  betonte Herr Sack, dass die Kreissparkasse seit jeher ein offenes Ohr für die Vereine in der Region habe. Die Kulturstiftung der Sparkasse erfülle dabei eine wichtige Aufgabe durch finanzielle Hilfen. Zur Förderung der Vereinsarbeit übergab er  Michael Spork eine Spende.

L. Wimmel (Schriftführer)

 

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